Liegt Ihnen wie mir an Kreislauf und Haltbarkeit?

Wollen Sie mitmachen? Lassen Sie uns eine Gemeinschaft für Kreislaufführung und Haltbarkeit gestalten. Willkommen an Bord!

Wissen

Mir liegt an Aufklärung und Bürgerschaft. Erfahren Sie mehr über Kreislaufführung und Haltbarkeit.

Read More

Treffen

Mir liegt an Begegnung, Dialog und Austausch. Besuchen oder buchen Sie meine Vorträge.

Read More

Machen

Mir liegt an gemeinsamer Aktion und Initiative. Willkommen an Bord. Alle sind willkommen.

Read More

Stefan Schridde in Berlin on 22.11.16

Haltbarkeit differenziert angehen

Betrachten wir Produkt als Systeme von Werkstoffen, Komponenten und Funktionen, ergibt sich eine differenzierte Sicht auf Anforderungen an deren Haltbarkeit. Die in der Produktentwicklung geplante Nutzungsdauer für Produktsysteme insgesamt ist für den künftigen Nutzer von hoher Relevanz, wird jedoch stets nur in ökonomischer Sicht bei sonst gleichwertigen Alternativen an den ökonomischen Zielen der Hersteller und Vertriebspartner ausgerichtet (geplante Obsoleszenz).

Aus einer differenzierten Sicht auf das Produktsystem ergeben sich spezifischen Anforderungen an die Haltbarkeit von Werkstoffen, Komponenten und Funktionen, die für eine Berücksichtigung einer kreislaufkonformen Sicht an den vier Phasen Puffern-Herstellen-Nutzen-Zerlegen gesondert auszulegen sind.

  • Rohstoffverfügbarkeit (Kritikalität von Rohstoffen)
    • Wie gut sind Werkstoffe für die nachfolgende Produktgeneration verfügbar?
    • Anforderung: Je schwieriger Werkstoffe verfügbar sind (z.B. seltene Erden), umso haltbarer sind Komponenten, in denen diese Wektstoffe enthalten sind, ausgelegt werden.
    • Handlungsbedarf: Festlegung von Mindesthaltbarkeiten
  • Innovationspotential
    • Wie hoch ist der Innovationsgrad der nachfolgende Produkt- oder Komponentengeneration?
    • Anforderung: Je geringer das Innovationspotential, umso haltbarer ist die Komponente auszulegen.
    • Modularität: Bei noch bestehdendem hohem Innovationspotential ist Modularität für die Komponente Grundbedingung.
    • Handlungsbedarf: Normierung für Produktentwicklung, Mindesthaltbarkeiten für innovationsarme Komponenten
  • Robustheit
    • Wie verschleißanfällig ist die betrachtete Komponente?
    • Anforderung: Verschleißteile müssen für den Nutzer tauschbar ausgelegt werden.
    • Handlungsbedarf: Normierung Verschleißteil, gestzlicher Vorgaben für Tauschbarkeit
  • Funktionalität
    • Wie produktgenerationsübergreifend ist die Nutzbarkeit von Funktionen bei Austausch/Upgrade von Komponenten und Software?
    • Anforderung: Einschränkungen von Funktionalitäten nach Austausch/Upgrade von Komponenten/Sofware müssen vermieden werden.
    • Handlungsbedarf: Entwicklung von Mindestqualitätsnormen für Austausch und Upgrades, Erweiterung des Mangelbegriffs
  • Wiederverwendbarkeit
    • Wie groß ist das Potential zur Weiter- oder Wiederverwendbarkeit in nachfolgenden Produktgenerationen?
    • Anforderung: Je höher die Weiter- oder Wiederverwendbarkeit der Komponente ist, umso haltbarer ist diese auszulegen.
    • Handlungsbedarf: Untersuchungen zu Weiter- und Wiederverwendbarkeitpotentialen in LCA-Analysen
  • Entsorgungsproblematik
    • Wie problematisch sind Werkstoffe oder Komponenten in der Entsorgung (z.B. Giftigkeit)?
    • Anforderung: Je problematischer die Entsorgung umso haltbarer die Auslagung.
    • Handlungsbedarf: Erweiterung der Verordnungen und Richtlinien (z.B. RoHS, WEEE, REACH) um Mindesthaltbarkeitsanforderungen

Mit einer differenzierten Auslegung von Haltbarkeiten ergeben sich neue Anforderungen im Rahmen einer kreislaufkonformen Stoffnutzung in Produktsystemen. Lediglich die Gesamtnutzungsdauer als Rahmen zu adressieren, greift für eine kreislaufkonforme Sicht zu kurz. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass insbesondere ein Recycling von seltenen Erden wirtschaftlich nicht tragfähig umgesetzt werden kann. Daher sind insbesondere Komponenten, die seltene Erden enthalten mit einer hohen Haltbarkeit auszulegen.

Stefan Schridde in Frankfurt/Main on 11.28.16

Stefan Schridde in Bayreuth on 10.29.16

Stefan Schridde in Berlin on 09/28/16

Bundesumweltministerin Henricks fordert freien Akkutausch

Im Zusammenhang mit den explodierenden Akkus bei Samsung kritisiert Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Praxis verschiedener Hersteller, Batterien fest in ihren Geräten zu verbauen, sodass sie sich nicht einzeln entnehmen und austauschen lassen. „Akkus sollten frei und leicht entnehmbar sein – und zwar von jedermann und jederfrau, nicht nur von Fachleuten. Dann lassen sich Sicherheitsprobleme schnell lösen, und das Gerät kann lange benutzt werden.“ (Quelle: Süddeutsche)

Diese „Soll-Forderung“ kommt erstaunlich spät und schwach, nachdem bereits zahllose Umweltschutzinitiativen und viele andere NGOs in den vergangengen Jahren gefordert haben, dass Akkus für die Nutzer frei und leicht tauschbar sein müssen. Trotz der breiten öffentlichen Debatte wurde das ElektroG zugunsten eines nunmehr auch möglichen festen Einbau von normalen Batterien novelliert. Nachdem nun auch das Umweltministerium tatenlos den Rückschritt in der Novellierung vom ElektroG hingenommen hat, ist die aktuelle Stellungnahme von Frau Hendricks wenig verständlich, kann jedoch als späte Einsicht hingenommen werden. Es wird Zeit, dass entschlossenes Handeln folgt.

Social Media Auto Publish Powered By : XYZScripts.com
Zur Werkzeugleiste springen