MURKS? NEIN DANKE! e.V. ist nominiert für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit 2018

Die gemeinwohlorientierte Verbraucherorganisation MURKS? NEIN DANKE! e.V. ist in diesem Jahr für den ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit in der Kategorie HANDELN nominiert. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für Haltbarkeit und nachhaltige Qualität ein. Dabei steht die „geplante Obsoleszenz“ im Fokus der Bewegung. MURKS? NEIN DANKE! fordert von Produzenten, Handel und Politik, den geplanten Verschleiß zu beenden, und ermutigt, neue Wege zu gehen. Communityportal und Initiativen erleichtern Konsumenten, positive und negative Beispiele transparent zu machen. Damit hat MURKS? NEIN DANKE! eine breite Debatte in der Gesellschaft angestoßen und das Thema auf die Agenda gesetzt.

Der ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit zeichnet zum sechsten Mal Vorzeigeprojekte im Bereich Nachhaltigkeit aus. Der Preis wird in den Kategorien WISSEN, HANDELN und DURCHSTARTEN verliehen und ist in den Kategorien WISSEN und DURCHSTARTEN jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 20. März 2018 im Rahmen des ZEIT WISSEN-Nachhaltigkeitskongresses in Hamburg statt.

In der Kategorie HANDELN sind außer MURKS? NEIN DANKE! noch Neumarkter Lammsbräu und unverpackt Kiel – lose, nachhaltig, gut nominiert. In der Kategorie WISSEN haben die Nominierten Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V., Prof. Lucia A. Reisch und Yeşil Çember Chancen auf die Auszeichnung. Conflictfood sowie Orcan Energy und Too Good To Go sind in der Start-up-Kategorie DURCHSTARTEN nominiert.

Consumer Technologies 2017 – Deloitte legt unzureichende Studie vor

Trendstudie „Consumer Technologies 2017“ von Deloitte vorgelegt. Man beschäftigt sich mit Smartphones, Streaming, Fotografie, Wearables, Roboter und Virtual Reality. Themen wie Smarthome,  Smartcities, eMobilität und Cyborg werden ausgespart. Themen wie Ressourcenwende, Nachhaltigkeit, Produktverantwortung und Sustainable Development Goals, participatory developments, community-driven-marketing finden sich schon garnicht. In alledem erkennt man nur den Wirtschaftsfaktor, kaum die sozialen Wirkungen und Impulse. Die sagt schon etwas zum wenig strategischen Konsumentenbild bei Deloitte. Es kommt einem so vor, als würde das Smartphone als „Personal Device“ als Stellvertreter für den Konsumenten in der virtuellen Sphäre der Hersteller und Handelsunternehmen gesehen. Das Smartphone ersetzt sozusagen in der Augmented Reality der BusinessModells den Point-of-Sale, das Regal und den Endkunden. Man könnte dies auch digitale Blindheit nennen.

Kurz zu Durchführung der Studie: Jeweils ca. 1000 Menschen in Privathaushalten mit Telefonanschluss lebende deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren wurden in verschiedenen mehrstufigen geschichteten Zufallsstichproben (statistische Fehlertoleranz +/- 3 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe) mit  computergestützten telefonischen Befragungen (CATI) befragt. Auftraggeber war BITKOM. Die gestellten Fragen wurden nicht veröffentlicht.

In der Studie die Feststellung, dass rund 1,4 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes in mehr oder weniger direktem Zusammenhang mit dem Smartphone stehen. Bis 2022 soll dieser Anteil auf 1,7 Prozent steigen. „Damit wird ein traditionelles Segment wie die Landwirtschaft bereits heute um mehr als das Doppelte überflügelt.“ Da könnte man die gleiche Analyse auch für den Zukunftsmarkt der Steckdose machen. Zumindest stehen mit der Steckdose sicher mehr Prozente des deutschen BIPs in Zusammenhang. Das die Studie überhaupt nicht die ökologischen und sozialen Fragen thematisiert, war zu erwarten.

Das Deloitte in der Studie von einem „Smartphone-Ökosystem“, „Smartphone-Landschaft“ und „Evolutionsstufen“ spricht, verdeutlicht die intellektuelle Distanz der strategischen Aussagen der ökonomisch fokussierten Dateninterpretierer, denen jede Wahrnehmung für gesellschaftlichen Anforderungen an Zukunftsfähigkeit fehlt. Unternehmen, die sich an diesen Aussagen ausrichten, werden am Markt vorbei agieren. Was wir heute brauchen sind Studien, die einem agilen Management klare Orientierungen für ein Marketing in partizipativen zirkulären Märkte liefern.

Stefan Schridde in Linz on 21.11.17

Sepp Eisenriegler will verklagen

Sepp Eisenriegler will gemeinsam mit der Liste Pilz eine Anzeige bei der EU-Kommission einbringen. Ein ihm zugänglich gemachtes Dokument sei ein Indiz dafür, dass sich ein Hersteller in den Niederlanden bei der Lebensdauer seiner Geräte an eine „Vorschrift“ eines Händlerverbands hält [Quelle, Standart.at]. Bei dem Dokument handele es sich nach Angaben Eisenrieglers um eine Tabelle des niederländischen Branchenverbands Uneto-VNI. Die UNETO-VNI ist die unternehmerische Organisation für die Installationsbranche und den technischen Einzelhandel.

Sepp Eisenriegler legte am 15.9.2017 in einer aktuellen Pressekonferenz ein Dokument vor, das als Indiz für ein Obsoleszenz-Kartell gewertet wird. Bei den im Dokument angesprochenen Daten handelt es sich wohl um die „UNETO-VNI-Tabelle der mittelfristigen Gebrauchsdauer-Erwartungen„. Den dort erläuternden Text zur Tabelle füge ich übersetzt hier an:

Das niederländische Verbraucherschutzgesetz sieht vor, dass der Verkäufer auch für fehlerhafte Produkte über die Gewährleistungsfrist hinausgehen kann. Sie müssen dann als Verbraucher zeigen, dass das Gerät zum Zeitpunkt des Kaufs einen Defekt hatte und dass Sie einen gewissen Service erwarten könnten.

So ist es wichtig zu wissen, was die normale Leistung des Gerätes ist, das Sie gekauft haben. Weil das Gesetz nicht konkret ist, hat UNETO-VNI die durchschnittliche Nutzungsdauer einer großen Anzahl von Geräten erforscht.

Die Tabelle Abschreibungsmethoden zeigt die durchschnittliche Nutzungserwartung von 10 Produktgruppen im Normalgebrauch an. Je nach Kaufpreis pro Bauteil wurden unterschiedliche Qualitätsniveaus unterschieden.

In einigen Fällen kann sich die Tabelle unterscheiden. Dies ist der Fall, wenn der Lieferant eine andere Nutzungsdauer angegeben hat oder wenn er sich von seiner eigenen Erfahrung mit einem bestimmten Produkt, einer Art oder einem Modell, anderen Nutzungsdaten unterscheidet.

Um Missverständnisse zu vermeiden: „Produkt“ bezieht sich immer auf ein Produkt, das aus einer Komponente besteht, die:

  • Neu und unbenutzt ist
  • kein Showroom oder Shopping-Modell ist
  • ein Gebrauchsprodukt und daher kein Verbrauchsprodukt ist
  • eine erwartete durchschnittliche Gebrauchsdauer von zwei Jahren oder mehr hat

Ausgangspunkt für die Kostenverteilung

Als Ausgangspunkt für die Verteilung der Kosten wurde der Kaufpreis abzüglich einer Abschreibung über den Nutzungszeitraum des Produkts berechnet. Nach der gewerblichen Praxis wurde der Restwert der Konsumgüter am Ende der durchschnittlichen Nutzungsdauer aufgehoben.

Lineare Abschreibungsmethode

Wegen der Einfachheit wurde das System der linearen Abschreibung auf den Kaufwert für die durchschnittliche Nutzungsdauer gewählt. Diese Zeile spiegelt sich auch in den Erklärungen des Electro Disputes Committee wider.

Der Kostenbeteiligungsschlüssel ist wie folgt: Verbrauchsbetrag bei Reparatur- / Ersatzkosten (B) = Reparatur- / Ersatzkosten (R) x Aktuelles Alter (L) / Durchschnittliche Lebensdauer (D), also B = R x L / D.

Beispiel

Ein Gerät scheint seit der Lieferung (eine Nichteinhaltung) 3 Jahre nach der Lieferung fehlerhaft zu sein und muss repariert werden. Die Reparaturkosten (R) betragen € 150, -. Die durchschnittliche Lebenserwartung (D) dieses Gerätes beträgt 5 Jahre. Der Verbraucherbeitrag (B) für diese unerwartete Reparatur beträgt € 90, -. Berechnung: € 150, – x 3/5 ist € 90, -. In diesem Fall zahlt der Einzelhändler € 60, – für Reparaturkosten.

Bei den Angaben der Tabelle handelt es sich also um durchschnittliche Nutzungserwartungen, die der Verband aufgrund eigener Untersuchungen angibt. Auffallend sind die durchweg kurzen Nutzungsdauern, von denen der Verband ausgeht. Ob dies, wie von Sepp Eisenriegler behauptet, als Indiz dafür werten lässt, dass sich ein Hersteller in den Niederlanden bei der Lebensdauer seiner Geräte an eine „Vorschrift“ eines Händlerverbands hält, bliebe einer gerichtlichen Überprüfung vorbehalten. Besorgniserregend sind die geringen Erwartungen an Nutzungsdauern allemal. Auch in Deutschland hört man nun öfter in Werbungsaussagen die vermeintlich „übliche“ Lebensdauer von 3-5 Jahren für Geräte des täglichen Bedarfs. Hier werden falsche Signale gesetzt, die Hersteller als Rechtfertigung für ihre Nutzungsdauerauslegungen in der Produktentwicklung missbrauchen können.

 

Der ehemalige Flughafen Tempelhof als Gemeingut

Mit seinen mehr als 300.000 qm Fläche zählt der Tempelhofer Flughafen zu den größten Gebäuden auf dem Planeten. Die Inititativgruppe Tempelhof schlägt vor, die großenteils leerstehenden Räume zu nutzen, um hier einen Experimentier-, Praxis-, Lern- und Forschungsort für eine zukunftsfähige urbane Lebens- und Versorgungsweise zu errichten. Kompass sollen die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung sein.
 
Wir sind überzeugt: Mit den bisherigen Instrumenten lassen sich die ineinander verschränkten Weltprobleme nicht mehr bewältigen. Gebraucht werden ganzheitliche Lösungen, an denen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Kompetenzen und Ideen zusammenwirken. Und es bedarf Orte, wo sich diese Vielfalt begegnen und entfalten kann .
 
Die Initiativgruppe Tempelhof hat heute ihren „Bürgerplan“ veröffentlicht. Sie will einen demokratischen Prozess anstoßen und lädt alle ein, sich an der geplanten Bürgerstiftung zu beteiligen. Kurz- und Langfassung sowie weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf unserer homepage.
 

P&G bestätigt: ORAL B Mundduschen halten nur 3-5 Jahre

Aus meinem Netzwerk erreicht mich als Weiterleitung folgende Antwort der ORAL B Verbraucherberatung (gehört zum Konzern Procter&Gamble „P&G“):

P&G bestätigt hier:

  • ORAL B Munddusche unterliegen einer geplanten Obsoleszenz von 3-5 Jahren.
  • Der Schlauch kann brüchig werden, wenn er nicht richtig entleert wird, was jedoch bei üblicher Nutzung passieren kann.

Der Zusender ist mir bekannt und steht für Medienberichte eventuell zur Verfügung.

Hallo [gelöscht wegen Datenschutz],

es ist richtig, dass Sie uns schreiben und ich verstehe Ihre Verärgerung. Es ist wirklich ärgerlich, wenn so kurz nach Ablauf der Garantie die Munddusche nicht mehr funktioniert und man eine Reparatur bezahlen muss.

Generell halten die Mundduschen ca. 3 – 5 Jahre. Wir prüfen die Qualität unserer Produkte vielfach im Laufe des Herstellungsprozesses. Unsere Produkte bestehen aus einem sehr widerstandsfähigen Kunststoff und wurden entwickelt, um normalen, alltäglichen Belastungen stand zuhalten. Sollte der Schlauch allerdings nicht richtig entleert werden, kann dieser brüchig werden.

Empfehlen würde ich Ihnen die Kontaktaufnahme mit unserem Servicepartner. Die Kontaktdaten für den Service Partner in Ihrer postalischen Nähe lauten: [gelöscht, da nicht relevant]

Sicherlich kann man Ihnen dort den Preis einer Reparatur nennen und Sie können für sich entscheiden, ob Sie die in Kauf nehmen möchten oder sich eine Neuanschaffung lohnt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie einen schönen Tag.

Schöne Grüße

Ihre Oral B Verbraucherberatung

Stefan Schridde in Esslingen on 14.11.17

Stefan Schridde in hamburg on 27.09.17

Stefan Schridde in Göttingen on 25.09.17